Diese Fragen - und viele weitere - stellten sich die rund 60 Gäste zu Beginn unseres, angesichts des Wetters schweißtreibenden, Impulsabends "Echt!jetzt!".
In seinem Inputvortrag zeigte Dieter Pool (Senior Expert Circle, UNICEF Deutschland, Brot für die Welt/Aktionsbündnis Katastrophenhilfe) auf, dass Spenden- und zivilgesellschaftliche Organisationen 2030 durchaus noch relevant sind und auch erfolgreich im Fundraising sein können, wenn sie auf dem Weg dorthin ein paar entscheidende Fragen für sich klären. Insbesondere das Leadership in Spendenorganisationen müsse auf den Prüfstand und reflektieren, ob es für die spezifischen Belange des Fundraisings richtig ein- und aufgestellt sei, genauso wie die gesamte Organisation.
Zudem brauche es einen neuen klareren Fokus auf das Thema "Human Ressources", um ständige Fluktuationen zu reduzieren und die Mitarbeitenden in Organisationen auch finanziell besser zu entlohnen. Ansonsten kämen Organisationen nicht vom Fleck. Ganz besonders wichtig sei es aber, nicht nur sich als Organisation in Strukturen, Entscheidungsgeschwindigkeit und Zielen zu hinterfragen, sondern die Spender:innen in all ihrer Heterogenität und mit all ihren unterschiedlichen Bedürfnissen viel fokussierter zu betrachten. Ein Punkt, der insbesondere von Daria Driefer (Welthungerhilfe) in der anschließenden Podiumsdiskussion noch einmal sehr stark betont wurde. Es brauche echte Beziehungsarbeit und nicht eine ständige Replikation von ewig denselben Maßnahmen. Antje Blohm (Habitat for Humanity) ergänzte, dass es einen wichtigen Minde-Change in der Art und Weise, wie Organisationen kommunizieren und Spenden akquirieren, brauche. Spenden- und zivilgesellschaftliche Organisationen müssten ihre Kampagnenfähigkeit und Kompetenz in der Differenzierung von Maßnahmen ausbauen. Die Zeiten würden agiler, die Anforderungen komplexer, daher sollten NGOs viel öfter über kurze, klare, knackige crossmediale Kampagnen nachdenken und ihre Kompetenzen erweitern.
Christian Osterhaus (Leaders for Tomorrow) appellierte an alle Organisationen, dass das Analysieren und Hinterfragen bei den Menschen in den Organisationen anfangen müsse. Es brauche eine viel stärkere Selbstreflektion und vor allem Self-Care, um den gewachsenen Ansprüchen an Transparenz und Kommunikation aber auch dem Druck bei sinkenden Spendenzahlen gewachsen zu sein.
Am Ende wurde klar, dass gemeinnützige Organisationen, egal ob mit ökologischen, humanistischen oder anderen Zwecken viel von Wirtschaftsorganisationen lernen und Methoden in Struktur, Organisation und Vermarktung übernehmen könnten. Es brauche also durchaus innere Reformen durch Selbstreflektion. Eins aber macht Organisationen für die Zukunft definitiv unentbehrlich: das Sinnstiftende. Denn dies ist ein großer Wert, der in der Gesellschaft nach wie vor gefragt ist. Jede Organisation sollte ihren Sinn aber immer wieder hinterfragen, um authentisch zu bleiben und zu kommunizieren.
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